Der Traum: Mann

Wann ist ein Mann ein Mann?Ich war mutig und voller Abenteuerlust. Meine abgeklärte Coolness, sowie mein Organisationstalent  verschaffte mir schnell den Führungsanspruch. Mit technischer Kompetenz und körperlicher Kraft dominierte ich einfach. Das Risiko durch Aggressionsbereitschaft eine gewisse Gefühlskälte oder Eigensinnigkeit auszustrahlen war rational durchkalkuliert, schließlich war ich Meister der Selbstbeherrschung. Meine markant eckige Gestalt betonte zudem meine rohe Sinnlichkeit.[1]

Dann wachte ich auf. Ich trotte aufs Klo, selbstverständlich setzte ich mich hin. Die Ellenbogen auf die Knie und den Kopf auf die Hände gestützt verharrte ich eine Weile. Ein kurzes Schnaufen schoss durch meine Nase, ich schüttelte den  Kopf und fuhr mir mit den Händen durch mein zerknittertes Gesicht. „Bescheuert!“ dachte ich laut. Das Scheppern der Klospülung durchbrach die Stille schonungslos. Ich beugte mich zum Waschbecken, schloss die Augen, schmiss mir reichlich Wasser ins Gesicht, beugte mich auf, öffnete die Augen wieder und blickte in den Spiegel.

Mutig und voller Abenteuerlust ging ich lieber wieder zu Bett.

 


[1] angelehnt an teachSam: Projekt Männer, Wann ist Mann ein Mann?, Gängige Zuschreibungen für die männliche Geschlechtsrolle

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LeberKäsWäckle
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