Ein echter Indianer kennt keinen Schmerz…

… solang seine Wunden geschminkt sind / Grundschüler bei Erste-Hilfe-Kurs.

Ein Kurs in erster Hilfe hat noch keinem geschadet. Doch sind auch Grundschülerinnen- und Schüler schon „groß“ genug für dieses Thema? Versuch macht klug, hieß es diesbezüglich an der Grundschule Kritzmannstraße. Die wurde kürzlich vom Magdeburger Jugendrotkreuz für einen kindgerechten Erste-Hilfe-Kurs besucht. Sehr realistisch machte die Übungen ein besonderes Talent von Kursleiter Georg Jobs. Der ist nicht nur erfahrener Ersthelfer, sondern auch ausgebildeter Schminker für Notfallsituationen. Im Fachjargon heißt das Realistische Notfalldarstellung und wird bei Übungen zum Katastrophenschutz und Rettungseinsätzen genutzt. Im Grundschulkontext heißt das hingegen, eine Menge Eindrücke für die Sieben- bis Neunjährigen.

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Gib eine Beschriftung einGeorg Jobs (links) vom Jugendrotkreuz Magdeburg schminkt dem Zweitklässler Endru Stieghahn eine Schürfwunde. Er und seine Mitschüler aus dem Jungentreff der Grundschule Kritzmannstraße nehmen an einem Erste-Hilfe-Kurs teil. (Bild: Nico Pfeil)

Es dauerte nur wenige Minuten bis sich die Handflächen von Zweitklässler Endru Stieghahn zu Schürfwunden verwandelten. Für die Täuschung benötigt Jobs nicht mehr als einen Schwamm und rote sowie schwarze Farbe. Wie solche Verletzungen entstehen können, weiß ein Klassenkamerad sofort: „Zum Beispiel durch Stürze mit dem Fahrrad oder dem Scooter.“ Schon schwieriger war herauszufinden, was nun zu tun wäre. Wunde abspülen oder nicht? Verbinden oder offen lassen? Muss der Rettungswagen alarmiert werden? Wie war noch mal der Notruf? Der richtige Weg wurde gemeinsam erarbeitet. Erstmal Ruhe bewahren und an die eigene Sicherheit denken. Also Handschuhe anziehen. Die Wunde dann vor weiterer Verschmutzung durch einen lockeren Verband schützen. Schließlich, bei tiefen und großen Schürfwunden, den Arzt hinzuziehen. Mit der Eselsbrücke „Hilfe eilt herbei – mit der 112“, fand auch die Frage nach der Notrufnummer ihre einprägsame Lösung.

Eingefädelt wurde der Erste-Hilfe-Kurs von Schulsozialarbeiter Nico Pfeil, der die Aktion im Rahmen des Jungentreffs an der Grundschule organisierte. Seine Bilanz: „Wenn mit einfachen Verletzungen und grundlegenden Fragen gearbeitet wird, ist Erste Hilfe in der Grundschule genau richtig. Vielleicht können wir den Kurs zukünftig mit dem Verkehrs-Erziehungstag verbinden.“

Ein Beitrag von Nico Pfeil, Schulsozialarbeiter mit Schwerpunkt Jungenarbeit
im ESF-Projekt „Schulerfolg sichern“.

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